Vor Vampiren wird gewarnt – Charlaine Harris

Der Elfenkrieg ist beendet, die Portale sind versiegelt. Die Beziehung zu ihrem Elfen-Uropa fand genauso schnell ein Ende, wie sie begonnen hatte. Noch sind nicht alle Wunden verheilt, was Sookie auf ruhige Tage, Wochen, Monate hoffen lässt, die sie gemeinsam mit ihrem Vampirfreund Eric verbringen kann. Doch die Kreaturen in Sookie Stackhouses Welt schlafen nicht und statten ihr schon bald einen Besuch ab …

Inhalt: Die aufgeweckte Hexe Amelia, welche sich vor einiger Zeit kurzerhand bei Sookie eingenistet hatte, beschließt das bescheidene Bon Temps zu verlassen und zurück in ihre, nun hoffentlich wieder aufgebaute Heimat, zu ziehen. Zu groß ist der Schmerz, den sie mit diesem Ort verbindet, an dem ihr Geliebter Werweolf Freund gestorben ist.
Seit dem Elfenkrieg hört und sieht man von Bill Compton gar nichts mehr. Er hatte sich eine schmerzhafte, langwierige Silbervergiftung zugezogen, als er für seine Überzeugung (aber in erster Hinsicht für Sookie) mitkämpfte. Als Sookie ihm auf Sams Rat hin einen Besuch abstattet, ist sie vom Ausmaß dieser Krankheit geschockt. Bills Zustand scheint sich einfach nicht verbessern zu wollen.
Kurz darauf meldet sich Alcide, der Anführer des Werwolfrudels und ein guter Freund von Sookie, telefonisch bei ihr und bitte sie, in der bevorstehenden Vollmondsnacht ihr Land nutzen zu dürfen. Ihr eigentliches dafür vorgesehenes Territorium sei nämlich anderweitig belegt worden. Da sie nicht an Platzmangel leidet, gewährt sie den Werwölfen den Zutritt, welche noch am gleichen Abend ihr Land für ihre Verwandlungen nutzen.
Nach dieser Veranstaltung erfährt sie von ihnen, dass sich zwei verschiedene Elfen auf ihrem Besitz rumgetrieben haben. Claude, Sookies Cousin, welcher übrigens neuerdings bei ihr wohnt, kann durch die gute Nase eines Werwolfs direkt entlastet werden und es stellt sich die Frage: Welche Elfen sind nicht in die versiegelte Elfenwelt zurückgekehrt? Möglicherweise zwei derjenigen, die versucht hatten, sie zu töten?
Trotz dem sich neuanbahnenden Trubel um sie herum, läuft die Beziehung zu Eric wie am Schnürchen. Alles scheint rosarot, wäre da nicht noch eine politische Frage ungeklärt. Der neue Chef ihres Freundes, der Vampir Victor, versucht seinen Einfluss zu vergrößern und gleichzeitig Sookie aus dem Weg zu räumen. Der besorgte Eric schickt seiner Geliebten eine Fährtenleserin nach Hause, die die Spuren auf Sookies Land mal genauer unter die Nase nehmen soll. Dabei kommt heraus, dass sich zwei Leichen auf ihrem Grundstück befinden, eine davon ist definitiv nicht Debbie Pelt (welche in einem früheren Band von Sookie – aus Notwehr – getötet und von Eric verbuddelt wurde).
Und wäre der Schock nicht groß genug, bahnt sich ein neuer Hinterhalt an, denn schon bald darauf läuft die Polizei bei ihr auf, um einem anonymen Hinweis nachzugehen. Dem Anschein nach, wollte jemand Sookie einen Mord anhängen und ihr direkt das Gesetz auf den Hals hetzen. Doch glücklicherweise hatten die Vampire die Leiche, welche sich als Mitglied des Werwolfsrudels herausgestellt hat, bereits ausgegraben und weggebracht, so dass man ihr nichts mehr anhängen kann.
Den Geschehnissen zu Folge wird eine Werfwolfsversammlung angesetzt, zu der Fräulein Stackhouse selbstverständlich herzlich eingeladen ist.
Die Idylle zwischen Sookie und Eric wird durch die Ankunft von Erics Schöper und dessen “Sohn” ins wanken gebracht. Hier entfaltet sich zunächst die tragische Geschichte um Alexejs, so nennt sich Erics “Bruder”, Leben und Sterben. Doch der Junge ist von der Zeit gezeichnet und verliert schnell die Kontrolle über sich. Als Schöpfung von Appius Livius Ocella ist er ihm natürlich widerstandslos Obrigkeitshörig und wird von diesem vollsten beansprucht. Zeit für Sookie bleibt da zunächst keine …
Aber Zeit kann man ja schließlich überbrücken, und so beschließt sie, ihrem ehemaligen Freund Bill die Schmerzen zu nehmen. Kurzerhand kontaktiert sie seine “Schwester”, die eine heilende Wirkung auf ihn haben soll. Doch diese kommt nicht nur mit “geschwisterlichen” Gefühlen angereist.
Die angesetzte Werwolfsversammlung steht an. Unter Einfluss von fragwürdigen, benebelden Mittelchen ist es Sookie möglich, den Mörder des Rudelmitglieds zu identifizieren.
Das Leid, welches durch die Blutsbande fließt, lässt die Alarmglocken der Telepathin anklingen. Sie eilt zu Eric und findet sich in einem regelrechten Blutbad wieder. Auf der Suche nach dem Übeltäter, stößt sie auf einen rachsüchtigen Elfen …

Fazit: Seit 10 Bänden dürfen wir Leser nun schon in Sookie Stackhouses Welt voller Gefahren, Kreaturen und ergreifenden Geschichten rumstöbern. Auch dieses Buch hat mal wieder viel guten Stoff verarbeitet. Jedoch zog sich der Anfang sehr in die Länge, es geschah zunächst nichts weltbewegendes. Irgendwann im Laufe des Buches, circa nach einer halben Ewigkeit, ging der so sehr geliebte, nervenaufreibende Teil einer Charlaine Harris Geschichte los. Am Besten gefiel mir persönlich die Lebens- bzw. Sterbensgeschichte vom kleinen Alexej.
Alle Fanatiker dieser Buchreihe werden auch an “Vor Vampiren wird gewarnt” ihre Freude und Genugtuung finden, dennoch muss man sagen, dass Frau Harris mal wieder einen drauf setzen sollte, damit die bisher sehr schön herausgearbeitete Story über die gedankenlesende Kellnerin aus Bon Temps nicht von langweilenden Geschehnissen überschattet wird.


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